Beschreibung der Strecke

Die Zahnradbahn Kořenov, gennant „Zubačka“, also die Strecke Tanvald – Kořenov wurde als Teil der Strecke Liberec – Tanvald – Staatsgrenze gebaut, mit der Verbindung an die Strecke der ehemaligen preußischen Bahnen Staatsgrenze – Petersdorf – Hirschberg. Trotz die Betriebslänge nur 6,7 km handelte es sich um die Strecke von internationaler Bedeutung. Auf diesem Streckenteil überwindet die Strecke den Höhenunterschied 235,1 m, ihre Neigung erzielt bis zu 58 Promille. Wegen der extremen Steigung wurde die Strecke mit dem originellen Zahnradkamm ausgestattet. Die Bahn fesselt jetzt die Aufmerksamkeit der Eisenbahnfans, Touristen und Skifahrer. Ursprünglich hatte sie aber ihre Bedeutung vor allem im Güterverkehr – sie verband die Industriegebiete rund um Liberec und Jablonec mit dem Steinkohlebecken im benachbarten Schlesien. Auf der Strecke waren ursprünglich vier Stationen (Tanvald, Desná, Dolní Polubný und Kořenov) und eine Haltestelle (Kořenov zastávka). Nach dem zweiten Weltkrieg wurde zu ihr ein Teil der ursprünglich preußischen Strecke mit der ehemaligen Haltestelle Strickerhäuser, jetzt Harrachov, eingeschlossen, und die Länge der Strecke erreichte des Wertes von 12,721 km. Nach dem Krieg wurde der Betrieb über die Grenze abgestoppt. Die Strecke überwindet vier größere Brücken und fährt durch vier Tunnel mit der gesamten Länge 1422,5 m. Das heißt, dass sich 21 % der Strecke im Tunnel befindet. Auf dem nachfolgenden preußischen Streckenteil befindet sich ein Tunnel und gleich vor ihm wölbt sich über das tiefe Isertal eine große Brücke.

Beginnen wir auf dem Tanvalder Bahnhof. Das war ursprünglich nur die Endstation der Strecke aus Železný Brod. Das Stationsgebäude ist einstöckig, mit dem überdachten Bahnsteig. Ihr mittlerer Teil ist originell aus dem Jahre 1875, im Jahre 1894 wurden die Seitenflügen im gleichen Stil wie das ursprüngliche Gebäude zugebaut. In den 50. Jahren wurde dann zwischen dem Hauptgebäude und dem Lagerraum ein Parterregebäude als der Umkleideraum für Eisenbahnpersonal zugebaut. Das Gleis in Richtung Kořenov steigt gleich hinter dem ersten Wechsel heftig an, weil es mit einem höhengleichen Übergang die Straße nach Tanvald – Žďár überwinden muss. Hinter dem Bahnübergang ist die Stahlbrücke über den Fluss Desná und hinter der Brücke beginnt der erste Zahnradabschnitt. Bei der Abfahrt der Lokomotive auf den Zahnradkamm muss man die Geschwindigkeit auf 5 km/st vermindern und die Geschwindigkeit der beiden Aggregate (des Reibungs- und Zahnkammaggregats) muss dieselbe sein. Die ganze Operation erfordert vom Maschinenführer die Erfahrung und Geschicklichkeit. Ca. ein hundert Meter weiter befindet sich dann das Portal des ersten Tunnels, der aber kurz ist, seine Länge ist nur 68 m.
In Kürze folgt das Ende des ersten Zahnradabschnitts und dann folgt ein Neigungsbruch und die Bahn in der Länge 260 steigt nicht an, aber sie steigt unmerklich ab.

Die folgende Station Desná hatte schöne Jugendstilfassade und zur Zeit Österreich-Ungarns war sie schön und gut gepflegt. Heute ist sie verödet und es ist kein Wunder, weil hier schon kein Stationspersonal ist. Hinter der Station Desná folgen gleich nacheinander zwei Brücken – die Stahlbrücke über Bílá Desná und die Stahlbrücke über die Bezirksstraße. Hinter dem Tunnel in Desná überquert die Bahnböschung eine tiefe Schlucht. Über den steinernen Viadukt mit fünf Bogen fährt sie über Černá Desná und über die Staatsstraße nach Harrachov (E 65). Noch vor dem Viadukt beginnt der zweite Teil des Zahnradkamms. Hinter dem Dolnopolubenský-Tunnel folgt die Station Dolní Polubný. Der Zahnkamm endet hier über dem oberen Portal des Tunnels und beginnt wieder am Ort des ehemaligen Einfahrtswechsels aus Richtung Kořenov. Gleich hinter der Station Dolní Polubný beginnt der 193 m lange Abschnitt des Anstiegs von 58 Promille und weiter bewegt sich die Neigung immer rund um 55 Promille. Gerade hier ist der größte Anstieg auf der ganzen Strecke. Hinter der Haltestelle Kořenov – zastávka fährt der Zug in den Polubenský-Tunnel mit der Länge 940 m. Es handelt sich um den größten eingleisigen Tunnel in der Tschechischen Republik. Der Tunnel mündet in die Ansiedlung Horní Polubný, ein Stück über seinem oberen Portal ist das Zahnkammende. Die Strecke ist hier ein Stück horizontal und dann steigt sie ein wenig ab und der Zug zielt in die Station Kořenov.

Diese Station ist heute nur der Schatten der ehemaligen Berühmtheit. Sie wurde nämlich als eine Grenzübergangstation erbaut und bis ins Jahr 1938 auch betrieben. Von da weiter nach dem ehemaligen preußischen Schlesien fuhren schon die Züge der preußischen Staatsbahnen. Aus Kořenov führt die Strecke ca. 2 km über das Iseratal. Dann biegt sie rechts ab und durch die Iserbrücke fährt sie über das Tal und durch den 280 m langen Isertunnel kommt sie ins Königtum des Rübezahls, weil der Fluss Iser hier die Grenze zwischen das Iser- und Riesengebirge bildet. Nach ca. 2,5 km der Fahrt durch Wald kommen wir in die Haltestelle Harrachov, wo in der Gegenwart die regelmäßigen Züge ihre Fahrt beenden.

Übersetzung Lucie Peláková